La poste

Die belgische Post
Kundenservice gehört bekanntlich nicht zu den belgischen Stärken. So auch bei der Post. Mein erster Zusammenstoß sah folgendermaßen aus: ich bestellte ein paar schöne Klamotten bei einem Shop, der normalerweise innerhalb der nächsten zwei Tage liefert. Nach einer Woche wurde ich unruhig und fragte beim Shop nach, ob mein Paket denn auch auf Reisen gegangen wäre. Man teilte mir mit, dass sich meine Fracht schon seit Tagen in meiner zuständigen Poststelle befände. Ach? Und wo war meine Benachrichtigung des Postboten?
Also ging ich schnurstracks zur Post, um in gewohnter Manier mein Paket in Empfang zu nehmen. Ich stellte mich in die Schlange (ach ja, die Belgier liiieben anstehen!) und hatte meinen Ausweis schon parat. Denn schließlich ist es in Deutschland möglich, das Paket auch ohne diesen Schriebs in Empfang zu nehmen. Ich stand dort nun 20 Minuten, um mir am Ende mitteilen zu lassen, dass man schließlich nicht das gesamte Lager durchsuchen könne und ich zumindest die Paketnummer haben müsse.
Leicht angesäuert machte ich mich also auf den Weg zurück, um wieder Kontakt zu meinem Shop aufzunehmen, der mir freundlicherweise schnell die Nummer übermittelte.
Innerlich brodelnd (immerhin ist es doch nicht mein Problem, wenn der Postbote in Analphabetenmanier keinen Zettel hinterlässt) machte ich mich zurück zur Post. Nach den obligatorischen 20 Minuten konnte ich wieder am Schalter vorsprechen.
Die gute Dame bemühte sich redlich, tippte wie verrückt am Computer und holte sich nach 10 Minuten die Hilfe eines älteren Kollegen, der scheinbar als Einziger in der Lage war, die Zahlen in der richtigen Reihenfolge abzutippen. Es gab zumindest einen Lichtblick, mein Paket war auf der Poststelle (ein Wunder!!!). Die junge Dame machte sich also auf ins "Lager" (damit ist ein Raum hinter der Theke gemeint, den man von vorne komplett einsehen kann) und suchte und suchte und suchte und suchte und... fand es nicht. Sichtlich aufgeregt begab sie sich nun wieder zu ihrem älteren Kollegen. Dieser hatte allerding noch einen anderen Kunden, weshalb ich nun wieder 10 Minuten warten durfte. Schlussendlich verschwand er im Lager, um mein Paket zu suchen. Und man wird es kaum glauben, nach gefühlten 3 Lichtjahren hatte ich es endlich in der Hand!
Mein zweiter Zusammenstoß ereignete sich wie folgt: meine liebe Mama verschickte ein Nikolauspaket, welches an diesem Tage nach über 3 Wochen endlich aufgetaucht ist. Das Paket ging Ende November auf Reisen. Nach 1,5 Wochen begann ich mich zu sorgen. Meine liebe Mama konnte allerdings die Nummer für die Sendungsverfolgung nicht mehr finden. Jeden Tag durchwühlte ich meinen Briefkasten, ob nicht vielleicht im hintersten Winkel meine Paketbenachrichtigung lag. Leider nein...
Also aktivierte ich Alex und wir schritten frohen Mutes zur Post, um unser Dilemma zu schildern. Dort wies man uns allerdings wieder einmal darauf hin, dass wir diese verfluchte Nummer benötigen würden. Auf die Frage, ob es denn keine Möglichkeit gebe, das Lager zu durchsuchen, ernteten wir schiefe Blicke. Das Lager (Anm.: der Raum hinter dem Tresen) sei viel zu groß und außerdem könne sich das Paket ja sonstwo befinden. Vielleicht in einem anderen Lager in der Stadt (ja, natürlich. Luftweg Wohnung- Poststelle ca. 200m, da wird man es sicher ans andere Ende der Stadt karren...). Was war ich enttäuscht. Heimweg. Anstatt sich direkt auf den Weg zur Arbeit zu machen, ging Alex wieder zurück und beschwerte sich abermals (schade, dass ich nicht dabei war). Einige Tage später fand ich die Benachrichtigung vor unserer Haustür auf dem Boden (!!!) und gleichzeitig auch den Beweis, dass der gute Postbote zu faul war, dieselbige in unseren Briefkasten zu schmeißen.
"Op 02/12/13, belde de postbode met een zending bij U aan."
Aha! Das Paket wäre also überpünktlich zu Nikolaus dagewesen?!
Und ganz raffiniert wurde der Zettel manipuliert!
"Die zending ligt vanaf 13/12/13 11:00 in het kantoor van...."
Mehr als eindeutig lässt sich erkennen, dass man aus der ursrpünglichen "3" eine "13" gemacht hat. Denn Monsiuer le Postbote hat nicht einfach nur eine "1" davor geschrieben, nein, er hat die "3" noch mal übergemalt, damit sie besser zur "1" passt!
Gut, ich werde also morgen wieder einmal zur Post gehen und hoffentlich kann ich das Paket unbeschadet entgegennehmen.
Warum unbeschadet? Eine Mitstudentin meines Französischkurses erlebte folgende Geschichte. Die Mutter einer ihrer Freundinnen schickte Erdnussbutter aus den USA. Das Paket ließ eine halbes Jahr auf sich warten! Das alleine wäre schlimm genug. Aber der Umstand, dass die Hälfte der Erdnussbutter ausgelöffelt war, schlägt dem Fass den Boden aus!
Bienvenue en Belgique! :)
Julie_Bruxelles - 10. Dez, 18:05